F.A.Z. Finanzen & Immobilien

F.A.Z. Finanzen & Immobilien

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00:00:05: Das Jahr zwanzig sechsundzwanzig ist erst ein paar Tage alt und schon durchbricht der DAX die Marke von fünfundzwanzigtausend Punkten.

00:00:13: Rekord.

00:00:14: Trump, Venezuela, Grönland, kein Frieden in der Ukraine.

00:00:19: Den Märkten scheint es einerlei.

00:00:22: Wenn aber der Fettchef Jerome Powell sich eine Anklage gegenüber sieht, dann wären die Märkte doch nervös und lauert nicht überhaupt.

00:00:30: auch der nächste Crash.

00:00:32: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge des FHZ-Podcasts Finanzen und Immobilien.

00:00:38: Mein Name ist Ingen Schönauer.

00:00:40: Und ich bin Dennis Kremer.

00:00:42: Schön, dass Sie dabei sind an diesem Dienstag, den dreizehnten Januar.

00:00:47: Dennis, ich habe es gerade schon gesagt, das Jahr ist erst ein paar Tage alt.

00:00:51: An dieser Stelle schon mal allen Hörerinnen und Hörern auch ein erfolgreiches, vor allem aber gesundes neues Jahr.

00:00:57: Der DAX also hat einen neuen Höchststand.

00:01:00: Was meinst du?

00:01:01: Ist das jetzt das Zeichen zu Beginn des Jahres für so eine nachhaltige Wirtschaftsstärke?

00:01:06: Oder ist es am Ende doch wieder nur ein kurzfristiger Effekt?

00:01:09: Könntest du dich schon festlegen?

00:01:11: Ja, ich leg mich mal fest.

00:01:12: Also ich würde sagen, so kurzfristig würde ich das jetzt nicht sehen.

00:01:16: Es gibt tatsächlich Gründe, warum man sagen kann, dass diese Entwicklung relativ zwangsläufig ist.

00:01:21: Natürlich.

00:01:22: Wissen wir nicht ganz genau, wie alles weitergeht.

00:01:24: Das ist ja das Spannende an den Märkten.

00:01:26: Das sprechen wir immer darüber, aber es gibt verschiedene Dinge.

00:01:30: Einmal, das haben wir oft schon gesagt, der DAX ist ja kein deutsches, da sind zwar deutsche Konzerne drin, aber die sind ja auf der ganzen Welt wirtschaftlich tätig.

00:01:39: Das heißt, es kommt gar nicht so drauf an, wie hierzulande die Wirtschaftsstimmung ist, sondern dann vor allen Dingen auch, wie sie woanders ist.

00:01:45: Und da ist sie nach wie vor nicht ganz so schlecht.

00:01:48: Dann haben wir eine Entwicklung, die auch spannend ist, dass man kann sagen, es sind nicht mehr die klassischen Werte, die den Aufschwung im DAX tragen.

00:01:58: Lange Zeit war das immer so der Autoindustrie.

00:02:00: Und die leidet ja wirklich.

00:02:01: Und das sind viele Beschäftigte auch in Deutschland betroffen.

00:02:04: Deswegen haben wir ja auch diese Stimmung, die so ein bisschen schwierig ist.

00:02:09: In Deutschland, aber im DAX sind eben ganz andere Werte, die sehr gut sich entwickelt haben.

00:02:13: Allen voran die Rüstungskonzerne, die stark profitieren von Mit dem Ausbau unserer Verteidigungsfähigkeit in jeder Hinsicht, dann tatsächlich auch die Banken, die sich wahnsinnig gut entwickelt haben, auch so ein Wert wie Bayer, die lange schlechter als der Rest gelaufen sind.

00:02:31: Diese Gemengelage, dass so ein bisschen andere Unternehmen jetzt den Aufschwung tragen.

00:02:36: Und ja, durchaus zu Recht, weil wir haben zuletzt gesehen, es gibt auch mal wieder tatsächlich Handelsabkommen mit anderen Kontinenten, Stichwort Merkusur.

00:02:48: Das hat lang gedauert, aber es ist kein schlechtes Zeichen für die deutsche Wirtschaft.

00:02:53: Wir haben immer noch das Infrastruktur-Sondervermögen, auf dessen Effekte wir hoffen.

00:02:59: Und letzter Punkt ist auch, es gibt immer mehr internationale Anleger, die denken, ein bisschen Diversifikation, ein bisschen Streuen ist nicht schlecht, also gehe ich auch mal verstärkt auf Europa.

00:03:08: Ich glaube, das sind die Gründe, die man anführen kann, um zu sagen, es spricht nicht so viel dagegen, dass wir hier ganz gute Entwicklungen im DAX sehen.

00:03:17: Du

00:03:17: musst mal ja sagen, dass dieser Stichtag, erster, erster oder ein neues Jahr, klar wird gefeiert, Silvester-Partys und so.

00:03:24: Also ist ja völlig klar, dass man so mit einem neuen frischen Blick drauf guckt.

00:03:28: an den Märkten muss man ja sagen, das hast du ja gerade schon beschrieben.

00:03:30: Es ist ja nur eine Fortschreibung, ne?

00:03:32: Also sozusagen den Märkten ist es ja egal, ob das jetzt der erste, erste, zwanzig, zweixendzwanzig oder der dreinzwanzigste, zwölfte, zweitausend, fünfundzwanzig ist.

00:03:40: Ich finde nach wie vor und auch jetzt auch mit den neuen Krisen, Venezuela und Grönland, dazu kommen, das haben wir ja tatsächlich vor ein paar Wochen noch nicht so auf dem Zettel gehabt, gerade wenn man auch an das Thema Grönland denkt, dass diese anhaltenden Krisen sich einfach nicht bemerkbar machen.

00:03:58: Das finde ich so, weil diese Unsicherheit ja tatsächlich so total gestreut wird und immer breiter wird, dass wir langsam echt über Themen reden, dass das China, dass das hakelig ist, ist klar.

00:04:08: Wir haben jetzt seit vier Jahren den Ukraine Krieg.

00:04:10: Das ist schwierig.

00:04:11: Energiethema ist schwierig.

00:04:13: Aber das immer was Neues dazukommt und das sozusagen der Anleger nicht doch dann irgendwann mal umkippt, die Investoren irgendwie sagen, jetzt wären wir echt nervös.

00:04:20: Wir haben schon über das Crash gesprochen.

00:04:22: Wir haben auch in unserer letzten Sendung darüber ja in unserer letzten Folge darüber auch gesprochen.

00:04:26: diese Crashangst, das finde ich schon tatsächlich erstaunlich.

00:04:30: Das ist es auch in der Tat, man sieht die Krisenanfälligkeit, glaube ich, nur in einem Wert oder in einer Anlageform und das ist einfach Gold.

00:04:39: Auch das haben wir schon öfters gesagt, aber Gold hat auch einen wahnsinnig guten Jahresstaat hingelegt und sich ja im letzten Jahr mehr als verdoppelt, was für so eine Anlageklasse die eigentlich vor allen Dingen Risiko Raushalten soll aus dem Portfolio, also die sich vor allen Dingen stabil entwickeln, soll eigentlich gar kein gutes Zeichen ist.

00:04:58: Das heißt, da gibt es einen gewissen Unruhe.

00:05:02: Ich würde tatsächlich sagen, dass Gold mittlerweile der beste Krisenindikator ist.

00:05:07: Also da ist etwas da, was die Leute beunruhigt.

00:05:10: Aber es hat sich noch nicht manifestiert, weil ... die anderen Dinge eben stärker gewichtet werden.

00:05:15: Aber das bedeutet natürlich nicht, dass das völlig ohne jegliche Ruckelei einfach so weiterlaufen wird.

00:05:21: Also das haben wir ja auch schon oft gesagt, was dann am Ende tatsächlich mal ein Auslöser sein könnte.

00:05:27: Das weiß man nicht.

00:05:28: Wir haben jetzt auch aktuell diskutieren wir wieder über die Unabhängigkeit der Notenbank, die Trump ein weiteres Mal in Frage gestellt hat, in dem er jetzt eine Anklage oder das Justizministerium hat eine Anklage gegen Paul vorbereitet, den Notenbankchef in Amerika.

00:05:43: Und das sind schon ... Trump sagt zwar hätte da nichts mit zu tun, aber natürlich hat er den Mann so oft angegriffen in den vergangenen Jahren.

00:05:51: Er hat

00:05:51: sich selber jetzt sogar offiziell dazu geäußert, der Fed-Präsident.

00:05:54: Ich weiß gar nicht, ob es das sogar schon mal gegeben

00:05:56: hat.

00:05:56: Genau, also das ist auch total spannend.

00:05:58: Eine öffentliche Äußerung eines Fed-Präsidenten an einem Wochenende, ich glaube Kollegen der Financial Times haben das nachgeschaut, gab es zuletzt bei der Finanzkrise.

00:06:11: Da solltest

00:06:12: du zur Belugung

00:06:13: der Märkte beitragen.

00:06:14: Genau, das zeigt so ein bisschen die Dimension.

00:06:17: Aber das hat sich kaum ausgewirkt.

00:06:20: Auch natürlich, weil die Aktienmärkte oft so was gerne mal ein bisschen ignorieren und sich sagen, na ja, wenn die Zinsen niedrig bleiben, ist erst mal gut für uns.

00:06:30: Aber die Unruhe ist da.

00:06:31: Ich finde, gibt auch eine interessante andere Beobachtung, die man auch als ein gewisses Risikofenomen wahrnehmen sollte.

00:06:37: Das geistet es so ein bisschen unter dem Namen.

00:06:40: durch die Branche Cash Quoten, also die Bargeldquoten der vieler professioneller Anleger, die sind so niedrig, die sind eigentlich voll investiert.

00:06:52: Das heißt, sie haben aber auch wenig verfügungsmasse, um jetzt sozusagen die Kurse noch weiter anzutreiben.

00:06:59: Also, wie gesagt, man ist in einer gewissen Form gewarnt, aber es hat sich noch nicht manifestiert.

00:07:03: Das ist oft so.

00:07:05: Lass uns noch mal bei diesem Thema Unsicherheit oder Unruhe bleiben, wie du es genannt hast.

00:07:09: Ich finde das wirklich interessant.

00:07:11: Wir haben eben schon das Thema Venezuela einmal angesprochen.

00:07:14: Diese Unsicherheit, die sich da jetzt breit macht und wie ich finde, eben breiter macht.

00:07:18: Ich meine, es ist so interessant, dass Trump ja gesagt hat, Venezuela, we run the country.

00:07:24: Also wir übernehmen das jetzt.

00:07:25: Wir wissen irgendwie, wie Marktwirtschaft funktioniert und wir nehmen das jetzt in die Hand.

00:07:29: Und verpflichtet ja, Ölunternehmen jetzt in Venezuela zu investieren.

00:07:34: Der Exxon-Chef, der sagt Venezuela, um es mal auf Englisch zu sagen, ist Uninvestable.

00:07:40: Also, das ist ein Land, in das gehen wir nicht rein.

00:07:42: Und dann sagt Trump, wie ... Ja, wieso ein allein Herrscher, Freundchen, so haben wir nicht gewettet, das wirst du zu spüren bekommen.

00:07:50: Ich finde, das ist so eine kleine Episode mit einem ziemlich großen Unternehmen übrigens, aber das zeigt so sehr, wie diese Unsicherheit ja eine gesamte Unternehmenslandschaft erfassen kann.

00:08:02: Also so diese Frage, wie ... müssen sich Unternehmen eigentlich verhalten, um Trump zu gefallen.

00:08:09: Das haben wir so eine Zeit lang, oder sehen wir ja auch bei den Tech-Unternehmen schon, wie die sich da hinsetzen, die Tech-Boom da alle Milliarden schwer.

00:08:16: Aber das greift so um sich.

00:08:18: Und das schürt ja so eine ganz neue Unsicherheit in so einer Unternehmenslandschaft.

00:08:22: Und dass sich das noch nicht so durchgesetzt hat, als Unsicherheit, das wundert mich.

00:08:26: Ja, das ist in der Tat verwunderlich.

00:08:30: Ich habe auch dafür, habe ich jetzt keine wirklich gute Erklärung.

00:08:33: Es ist vielleicht so, der ein oder andere sagt, gerne vergleicht so eine, so eine Kursentwicklung an den Märkten, gerne mit, wird ja häufig mit einer Party verglichen.

00:08:41: Und dann gibt es so diesen schönen Spruch.

00:08:43: Ja, eine gute Party, die dauert auch oft länger, als man vorher gedacht hat.

00:08:48: Und so ist das ein bisschen.

00:08:51: Vielleicht sind auch die Ölkonzerne nicht mehr diese Bedeutung wie in früheren Zeiten.

00:08:57: Aber natürlich ist das ein Versuch eines Präsidenten auf Einzelunternehmen stark einzuwirken und ob er ihn jetzt wirklich damit einen Gefallen getan hat mit seinem Militärschlag gegen Venezuela, über dessen ganzen anderen Implikationen man sehr lange sprechen könnte.

00:09:14: Aber er hat ihn vermutlich keinen Gefallen getan, weil eben die Lage vor Ort so schwierig ist, dass maximal das Unternehmen-Chef rum, was schon immer vor Ort geblieben ist, vielleicht davon profitiert, aber auch nicht sofort.

00:09:26: Wir haben im Prinzip beim Ölpreis gar keine Reaktion gesehen auf das, was da passiert ist.

00:09:30: Man hätte eigentlich einen fallenden Ölpreis erwartet, wenn es sich plötzlich der Weltgrößte, das Land mit den weltgrößten Reserven plötzlich wieder am Markt ist, ist aber nicht so.

00:09:40: Insofern, man muss ... Man kann nicht genau sagen, es kann auch daran liegen, dass das Trump so viele Nachrichten produziert, dass wir uns wirklich allmählich daran gewöhnt haben und dass ein oder andere untergeht.

00:09:52: Aber das muss als Risiko ein Bewusstsein gerade.

00:09:55: Das kann... jederzeit sich verändern, aber ich hätte persönlich, hättest du mich gefragt und diese Dinge, die sich ereignet haben, hier aufgelistet, vor einem Jahr hätte ich gesagt, ja, da haben wir einen Riesencrash, den haben wir nicht.

00:10:08: Den haben wir nicht, genau.

00:10:08: Und trotzdem warten ja irgendwie alle so ein bisschen darauf, tatsächlich in die Ecken zu gucken, aus der man es nicht erwartet.

00:10:16: Ich frage mich dann auch, um auch nochmal auf den Dachshöchstand zu kommen.

00:10:20: Ja, hat das dann am Ende doch so eine deutsche und europäische Komponente.

00:10:23: Also wenn Amerika wieder mal unsicherer wird oder ein weiteres Mal unsicherer wird, werden davon dann europäische im Zweifel auch deutsche Unternehmen von profitieren.

00:10:32: Wir standen hier schon mal, ist noch nicht so lange her.

00:10:35: Sondervermögen ist ja gerade das Unwort des Jahres übrigens geworden.

00:10:39: Aber tatsächlich Sondervermögen, das sollte ja den großen Impuls geben auf ganzer Linie.

00:10:45: Jetzt haben wir neulich da diese Brücke gefeiert, die innerhalb von neunzehn Monaten.

00:10:49: glaube ich, noch ohne Sondervermögen aufgebaut worden ist.

00:10:52: Also, ich will nur sagen, wir haben ganz viel Infrastrukturthema in Deutschland und alle waren so, so jetzt geht es irgendwie los.

00:10:59: Dieser Effekt ist ja im Verlauf des Jahres eher verpufft, muss man sagen.

00:11:02: Und wir hatten so am Anfang das Gefühl, Alle gehen aus Amerika raus, tatsächlich gehen in europäische, in deutsche Werte, vielleicht auch in emerging markets.

00:11:12: Jetzt ist wieder so ein Moment vielleicht, wo man denken könnte, okay, jetzt orientiert man sich doch wieder ein bisschen mehr nach Europa.

00:11:19: Ich weiß nicht, ich will nicht sagen, ich bin hoffnungslos, aber ob das so einen nachhaltigen Effekt hat, jetzt wo Amerika wieder so unsicherer wird.

00:11:27: Offensichtlich ist es in den Investoren egal.

00:11:29: Sie bleiben in Amerika investiert.

00:11:31: Ja, wobei, wie gesagt, wenn man sich das letzte Jahr anguckt, dann war eben der DAX eben schon deutlich stärker als die amerikanischen Aktienbarometer.

00:11:39: DAX hat fast zwanzig Prozent gemacht.

00:11:42: Die Amerikaner haben weniger gemacht und für Europäer hat sich noch weniger ausgezahlt, weil es eben in Dollar notiert, die amerikanischen Werte.

00:11:49: Und der Dollar ist sehr schwach gewesen gegenüber dem Euro.

00:11:52: Also ich werde gar nicht so pessimistisch.

00:11:54: Ich glaube, das kann sich weiter fortsetzen.

00:11:57: Das kann auch ein ganz gutes Zeichen sein, wenn wir dann hier die ersten Maßnahmen wirklich sehen.

00:12:02: Und ich würde diesen Gedanken nicht unterschätzen, dass die Welt schon ein bisschen versucht von von Amerika wegzukommen.

00:12:07: Sie werden nie ganz wegkommen von Amerika.

00:12:09: Das ist einfach der beherrschende Kapitalmarkt.

00:12:12: Aber ich denke, diese Entwicklung wird zu Gunsten Europas durchaus, könnte noch weitergehen.

00:12:17: Deswegen tatsächlich ist ja das Mercosur-Abkommen jetzt auch wirklich gefeiert worden.

00:12:20: Man muss sich ja schon fragen, ob wir eine Güte haben, die es angefangen haben, haben sie jetzt auf alle Fälle nicht vollendet.

00:12:25: Aber so als Zeichen in die Welt tatsächlich, sich unabhängiger zu machen, das ist ja auch was, was uns das gesamte Jahr zwanzig, zwanzig begleitet hat, diese europäische Souveränität ein bisschen weiter voranzutreiben.

00:12:38: Also dafür ist es tatsächlich wirklich eine.

00:12:42: Es ist tatsächlich ein guter Indikator gewesen und eine gute Entwicklung.

00:12:47: Noch mal, um bei diesem Thema Crash zu bleiben, wenn ich jetzt Anleger bin, da frage ich mich ja auch immer, wie kann man sich eigentlich auf sowas vorbereiten?

00:12:56: Klar, wir wissen nicht, wann es kommt, wir wissen nicht, ob es kommt.

00:13:00: Wir wissen nur, dass es wahrscheinlich mal irgendwann kommt, dass wir jetzt eine Welt ohne Crash erleben.

00:13:06: Das seh ich jetzt nicht.

00:13:07: Das wird schon mal irgendwann sein.

00:13:08: Vielleicht sind es auch nur Rücksetzer, von denen wir vielleicht auch nicht wissen, wie lange sie eben dauern.

00:13:13: Das kann auch mal ein paar Jahre dauern.

00:13:14: Es ist gar kein richtiger Totalabsturz gibt, sondern einfach nur wirklich längere Schwächephasen.

00:13:20: Wie sollten sich die Anleger darauf einstellen?

00:13:22: Ja, das ist natürlich die hunderttausend Euro Frage.

00:13:25: Ich würde persönlich sagen, auch das ist ein Spruch, den man häufiger schon gehört hat, man sollte eigentlich nicht versuchen, die Märkte zu timing.

00:13:33: Das ist einfach wahnsinnig schwierig.

00:13:35: Das bedeutet, es ist wichtiger im Markt zu sein, dieses Time in the Market is better than timing the Market, ist es auf Englisch.

00:13:43: Und das würde ich nach wie vor sagen, wichtig, wenn man Geld übrig hat, sollte man das in die Aktienmärkte ... investieren, weil die langfristig sich eben am besten entwickeln.

00:13:54: Natürlich nicht alles und möglichst witzend, wann man selber irgendwie wichtige Zahlungsverpflichtungen hat, weil man kann nicht damit rechnen, dass in zwei Jahren das höher steht als heute und dann hat man all sein Geld im Aktienmarkt.

00:14:05: Das wäre nicht zu empfehlen, aber man sollte wirklich an seine persönliche Situation denken, wenn man sagt, ich habe jetzt Geld zu verfügen, soll ich jetzt auf den besten Zeitpunkt warten?

00:14:13: Vermutlich kommt er nie.

00:14:15: Deswegen, wenn man dann Zeit hat, sei man ist schon in einem sehr hohen Alter, dass man denkt, das lohnt sich vielleicht nicht mehr jetzt da noch über Jahre zu investieren, sollte man, aber wenn man jünger ist, sollte man das auf jeden Fall tun.

00:14:29: Und man kann natürlich sich ein bisschen absichern.

00:14:31: Man kann natürlich sagen, ich setze jetzt hier nicht mehr voll auf Amerika.

00:14:34: Man kann ein bisschen die Amerikaquote reduzieren.

00:14:37: Man kann das ein bisschen über die Welt verteilen.

00:14:39: Das ist heute alles sehr relativ einfach möglich mit Indexfonds, dass man sagt, dann mische ich mir selber zusammen Amerika, Japan, die Schwellenländer.

00:14:48: und Europa.

00:14:50: Ich muss das nicht mehr alles im MSCI World machen, der hat siebzig Prozent Amerika-Anteil, das ist vielleicht ein bisschen hoch.

00:14:55: Also so kann man es machen, man kann ein bisschen mehr Bargeld halten, aber jetzt die ganze Zeit zu warten und aus Angst vor dem Tod sozusagen nichts zu machen.

00:15:05: ist wahrscheinlich die falsche Strategie.

00:15:06: Und man muss tatsächlich sagen, jeder, der das jetzt hört und sich mit dem Gedanken trägt, man wäre in guter Gesellschaft.

00:15:12: Denn gerade heute kamen die Zahlen raus vom Deutschen Aktieninstitut.

00:15:15: Es gab nie so viele Anleger wie jetzt gerade zu dieser Zeit.

00:15:18: Also insofern, ich weiß nicht, ob wir hoffentlich auch ein bisschen dazu beitragen, aber die Menschen gehen tatsächlich mehr in die Aktienmärkte.

00:15:25: Das ist in anderen Ländern immer noch besser.

00:15:26: Aber jetzt lassen wir das Grün des Grases mal.

00:15:29: in Deutschland tatsächlich, setzt sich die Erkenntnis durch.

00:15:32: Es ist besser rein zu investieren.

00:15:34: in die Aktienmärkte, in Aktien, in Unternehmen als Geld im Zweifel irgendwo rumliegen zu lassen.

00:15:40: Aber da sind wir ja schon mittendrin in einem deiner absoluten Spezialthemen, nämlich dem FAS-Wunderportfolio.

00:15:47: Wie hat das denn eigentlich abgeschnitten im Jahr zwanzig, fünfundzwanzig?

00:15:51: Ja,

00:15:52: das ist ja ein Portfolio, was wir schon sehr lange beobachten, setzt sich zusammen aus einem ETF auf den MSCI World und einem ETF auf europäische Anleihen.

00:16:03: Und das war im letzten Jahr bei drei Komma fünf Prozent.

00:16:05: Jetzt ist halt Plus, aber ist jetzt nicht zu große Jubel.

00:16:12: Arjen sind jetzt nicht angebracht, muss man ehrlich sagen.

00:16:15: Natürlich muss man auch sagen, das hat immer noch seine klassischen Vergleichsfonds, nämlich die aktiv gemanagten Fonds fast alle geschlagen über die lange Dauer, weil eben niedrige Kosten sehr, sehr wichtig sind, auch dass wir haben wir da auf die Kosten geachtet.

00:16:31: Wir haben aber zwei Probleme gesehen.

00:16:32: Ich habe es schon angesprochen.

00:16:33: Einmal der hohe Amerika-Anteil im MSCI World, siebzig Prozent.

00:16:38: Jetzt sagen wir immer, amerikanische Kurse haben zugelegt.

00:16:41: Ja, haben sie, waren auf Rekord.

00:16:43: Aber wir hatten eben aufgrund dieser globalen Verunsicherung, von der wir sprachen, eine sehr schwache Dollarentwicklung im Vergleich zum Euro.

00:16:49: Und deswegen hat dieser Teil des Portfolios eben nur, ich glaube, acht Prozent zugelegt.

00:16:55: und dann haben wir auf der anderen Seite eben online und die haben mehr oder weniger plus minus null gemacht.

00:17:00: und das ist natürlich Man sollte von Anleihen sich nicht zu viel erwarten, aber das war jetzt auch nicht so richtig hilfreich.

00:17:08: Wir haben dann tatsächlich mal darüber nachgedacht, ein bisschen was anzupassen.

00:17:11: Für alle, die das möchten, es ist glaube ich immer noch ein guter Ausgangspunkt mit diesem Portfolio.

00:17:16: Wenn man in die Investmentwelt starten möchte, kann man das immer noch gut machen.

00:17:19: Man kann aber darüber nachdenken, einmal den Amerika-Anteil zu reduzieren.

00:17:24: und einmal auch diesen Anleiheanteil ein bisschen zu verändern.

00:17:28: Das ist ja tatsächlich ein neuer Knaller sozusagen im Wunderportfolio.

00:17:33: Ein großes Wort.

00:17:36: Für das Wunderportfolio ist es natürlich eine Veränderung.

00:17:39: Ja,

00:17:40: Unternehmensanleihen sich anzugucken.

00:17:42: Genau.

00:17:43: Also das ist ein Gedanke, also zwei Gedanken eigentlich, die wir dazu hatten.

00:17:48: Einmal zu sagen, man geht ein bisschen weg von den europäischen Staatsanleihen mit langer Laufzeit.

00:17:56: Die sind im Anleiheanteil des Portfolios bislang sehr stark gewesen.

00:17:59: Da waren immer auch schon ein paar Firmenanleihen drin, aber nur sehr wenige, weil diese langen laufenden Staatsanleihen, wie man die nennt, also tatsächlich gelitten haben in der Vergangenheit unter den hohen Verschuldungsideen der Staaten, weil man denen auf ganz lange Sicht eben doch nicht so richtig traut, ob die nicht ihre Budgets überreizen.

00:18:19: Das hat man in den Kursen der Anleihen gesehen, die sind gefallen.

00:18:22: und man deswegen ist der Gedanke zum Beispiel diesen Anleihanteil um mit... zu albieren und fünfzig Prozent in Firmenanleihen aus Europa zu investieren.

00:18:32: Aus Europa deswegen, weil man dann nicht dieses Dollar-Risiko hat, das will man im Anleiher-Anteil nicht haben.

00:18:38: Und im Aktienteil dem MSCI World kann man eben sagen, diese zweiund siebzig Prozent Amerika, das ist echt viel.

00:18:46: Und wer sich damit nicht wohlfühlt, kann seinen Amerika-Anteil irgendwie selbst managen.

00:18:51: Das haben wir schon ein paar Mal hier auch vorgestellt.

00:18:53: Das geht über eine Kombination aus einem MSCI World XUSA, einem Index, der eben kein Amerika drin hat, deswegen XUSA plus MSCI USA oder andere Varianten auf den sogenannten S&P-Fünfhundert.

00:19:11: Das sind reine amerikanische Aktien.

00:19:13: und damit, wenn man die beiden, kann man jetzt kombinieren, wie man möchte, damit, wenn man die im Verhältnis vierzig Prozent zu sechszig kombiniert, dann hätte man vierzig Prozent Amerika drin.

00:19:22: Und das ist dann irgendwie eine ... einer Wette, keiner weiß jetzt genau, wie man da das richtig austeiliert, aber würde eher dem tatsächlichen Verhältnis den Anteilen Amerikas an der Weltwirtschaft eher näher kommen, als es die aktuellen seventy- zwei Prozent.

00:19:38: Also das sind Möglichkeiten, wie gesagt, wir haben das bewusst auch so formuliert, um deutlich zu sagen, man kann auch bei dem alten Portfolio bleiben, aber man könnte tatsächlich über Anpassungen nachdenken.

00:19:48: Ich finde ja beim Wunderportfolio tatsächlich auch immer ganz interessant, gerade dass diese Anleihenkomponente Du hast es eben schon mal so im Nebensatz gesagt, auch gar nicht dafür da ist, um irgendwie die Rendite total nach oben zu treiben, sondern echt, ja, wie so ein Airbag praktisch ist.

00:20:03: Also die Anleihen in diesem Portfolio sind eigentlich dafür gedacht, wenn es Schwierigkeiten gibt, dass man da einen Puffer hat.

00:20:09: Genau so ist es.

00:20:10: Und es ist auch ein Mischportfolio.

00:20:12: Das bedeutet eben, es wäre ein bisschen unfair, das mit reinen Aktienkursen zu vergleichen.

00:20:17: Das ist nicht so gedacht, sondern das ist eben dieser Anleihanteil soll absichern.

00:20:22: Aber man kann sich eben fragen, ob die relativ hohe Gewichtung von europäischen Staatsanleihen jetzt noch wirklich als Absicherung dient oder ob es nicht eher ein Problem ist.

00:20:35: Und damit sind wir auch schon wieder bei unserem Ding der Woche, Inken.

00:20:39: Womit starten wir uns neue Jahr?

00:20:40: Echte

00:20:41: Crime-Geschichte.

00:20:41: Oh

00:20:42: ja, das liebe ich ja.

00:20:44: Bei der Geschichte muss man sich fragen, Fiction oder Non-Fiction.

00:20:47: Ich weiß gar nicht, ob man sich das ausdenken kann.

00:20:50: Es geht um diese Tresor-Einbruchsgeschichte in Gelsenkirchen mit den Schließfächern.

00:20:56: Das hat uns auch einige schöne Texte über die Weihnachts- und Neujahrzeit gebracht.

00:21:02: Das ist schon wirklich wild.

00:21:04: Ich finde jetzt ganz hübsch, dass die Fahnder dieser Sonderkommission, die sich darum kümmern müssen, auch um die Aufarbeitung, denn es ist noch gar nicht klar, wer war es eben.

00:21:12: Da ist keiner gefasst, da sitzt noch keiner in Haft und geschweige, denn weiß einer, wo die ganzen Inhalte dieser Schließfächer sind, die heißen jetzt Kernbohrer.

00:21:21: Also diese Sogo heißt Kernbohrer.

00:21:23: Das gefällt mir gut.

00:21:24: Die ermitteln offensichtlich aktuell rund um die Uhr und jetzt verdichten sich auch die Hinweise, dass diese Bande, die es ja offensichtlich gegeben hat, Hilfe möglicherweise auch von einem Insider gehabt haben muss.

00:21:37: Ja, es ist faszinierend, finde ich, wie auf einmal sogar Schließfächer nicht als völlig sicher Geld können.

00:21:44: das zeigt aber auch da wiederum ne streuen.

00:21:46: es ist leider so einfach und doch so schwierig manchmal

00:21:50: Und das ist tatsächlich, finde ich, der neue Aufreger und der neue Twist dieser Geschichte, dass man am Ende immer wieder dazu kommt, man muss seinen Risiken streuen.

00:21:59: Wer hat das denn bei einem Schließfach tatsächlich gedacht?

00:22:03: Denn jetzt kam gerade raus, dass ein Kunde seine gesamte Altersvorsorge in diesen Schließfächern gelagert hat.

00:22:11: Achtung, wir haben schon über Goldpreise geredet.

00:22:13: Sechshunderttausend Euro und das in Gold.

00:22:17: In Schließfächern.

00:22:18: bei der Sparkasse.

00:22:20: Das kann man sich eigentlich gar nicht ausdenken.

00:22:22: Und man würde irgendwie vielleicht finden, da wird es ja wohl sicher sein.

00:22:28: Aber eigentlich muss man auch sagen, das war wirklich keine kluge Idee, das in so einem Schließfach zu lagern.

00:22:33: Und?

00:22:34: das auch noch nur in Gold anzulegen.

00:22:36: Ich meine, warum machen wir denn die ganze Zeit diese Podcasts?

00:22:39: Ja, genau.

00:22:40: Es war natürlich auch großes Pech, muss man natürlich sagen, dass ausgerechnet die Sparkasse es getroffen hat.

00:22:44: Aber ja, es zeigt uns, alles das, was wir auch so intuitiv als sicher annehmen, ist es eben leider nicht.

00:22:51: Und die Versicherungssummen gingen ja, glaube ich, nur bis Zehntausend, drei Hundert Euro, wenn man nicht viel mehr bezahlt hat.

00:22:56: Das heißt auch da, es waren natürlich hochkriminelle Energie dahinter.

00:23:00: Aber man muss sein Vermögen in verschiedenen Stellen.

00:23:04: auf Stellen sozusagen.

00:23:06: Das ist wirklich, wirklich wichtig und die Lehre daraus.

00:23:12: Das war wieder eine Folge des FHZ Podcasts, Finanzen und Immobilien.

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Über diesen Podcast

Über Geld wird zu selten gesprochen. Das wollen wir im F.A.Z.-Podcast Finanzen & Immobilien ändern. Wir sprechen darüber, wie man Vermögen aufbaut, erhält und mehrt. Unsere Redakteure Inken Schönauer, Birgit Ochs, Martin Hock, Dennis Kremer und Jan Hauser reden dafür mit Fachleuten über alle wichtigen Fragen aus den Bereichen Aktien, Anleihen, Inflation und Immobilien.

Immer dienstags erscheint eine neue Episode. Alle Folgen können jederzeit auch hier nachgehört werden: https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-finanzen-immobilien.

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von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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